„Ideen sterben in Konferenzräumen.“ – der Satz stammt von Marcus John Henry Brown. Vor einigen Jahren habe ich ein Video von ihm gesehen (im Kommentar verlinkt) – und seitdem begleitet mich ein Gedanke, der simpel und wirksam zugleich ist: „Go for a walk.“
Diese Woche war wieder so ein Tag: voll, fordernd, dicht. Also bin ich rausgegangen.
Kein Termin, kein Ziel. Sonnenuntergang, Luft, Schritte. Gedanken fliegen lassen. Herausforderungen sortieren. Ideen weiterspinnen. Ruhe finden.
Mein Mantra wenn ich feststecke, „Go for a walk“, ist zu einem Werkzeug geworden.
Wenn mich etwas beschäftigt.
Wenn ein Projekt stockt.
Wenn Worte fehlen oder der Anfang nicht gelingen will.
Die Erkenntnis habe ich nicht exklusiv, ist aber (in meinem Erleben) leider nicht (mehr) sehr weit verbreitet. Die besten Ideen sitzen nicht – sie gehen.
Steve Jobs‘ 10-Minuten-Regel ist legendär.
Darwin soll täglich kreative Spaziergänge gemacht haben.
Neurowissenschaftliche Studien (kürzlich bei t3n Magazin gelesen) bestätigen: Gehen steigert divergentes Denken.
Und doch versuchen wir, Ideen in Konferenzräumen zu erzwingen.
„Go for a walk“ als Gegenprogramm zum Dauer-Hustle. Für mich gilt: Kein Podcast, keine Kopfhörer, kein Getriebensein. Das Handy bleibt in der Tasche – maximal für Notizen.
Wenn ich zu Hause bin / arbeite, führt mich der Weg direkt in den Wald, der Sonnenuntergang ist direkt hinter dem Hof. Nahe des Büros geht es an Gärten vorbei zu einem Friedhof – dort habe ich schon große und auch unbequeme Gespräche geführt. Und gute Ideen gefunden.
Mein Impuls: Wenn du festhängst, keine Inspiration findest oder einfach Raum brauchst: Geh los. Ohne Ziel. Ohne Rechtfertigung.
Nicht um Schritte zu zählen.
Nicht, um produktiv zu wirken.
Sondern um zu denken, zu fühlen, zu atmen.
Die besten Gedanken kommen nicht immer dort, wo wir sie vermuten – manchmal kommen sie einfach mit dem nächsten Schritt.

