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		<title>Was geht. Und warum &#8222;das geht nicht&#8220; oft schwer und schmerzhaft ist.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Montag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 17 Aug 2026 18:59:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.montags.de/was-geht-und-warum-das-geht-nicht-oft-schwer-und-schmerzhaft-ist/">Was geht. Und warum &#8222;das geht nicht&#8220; oft schwer und schmerzhaft ist.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.montags.de">MONTAGS | Sparring</a>.</p>
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<section  class='av_textblock_section av-msw62ur9-b847e4bb1a82acefbe1b11e58699d8e7 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Kein Unternehmen der Welt hat je wieder Einfluss darauf, wie es mir geht.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Diesen Vorsatz habe ich mir mit Mitte zwanzig gefasst. Nach einer beruflichen Enttäuschung, die mich schwer getroffen hat. Nach jahrelangem, intensivem Engagement für meine Aufgabe wurde einer anderen Person mehr Glauben geschenkt als mir. Das hat meine Arbeitsbeziehung zerrüttet.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Ich war tieftraurig und verletzt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Und es hat in mir einen Satz ausgelöst, der mich seitdem begleitet.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Dieser Satz hat zwei Konsequenzen, die ich in den folgenden zwanzig Jahren immer wieder eingelöst habe.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr"><strong>Die erste:</strong> Wenn es nicht mehr geht, ziehe ich Konsequenzen. Nicht als Drohung, nicht als Verhandlungsmasse. Sondern als echte Bereitschaft, den Weg zu beenden, wenn die Bedingungen nicht mehr stimmen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Das hat mich irgendwann dazu gebracht, einen sehr attraktiven Job aktiv zu beenden und um Vertragsauflösung zu bitten. Es hat geschmerzt, sich zeitweise wie eine Niederlage angefühlt – und dennoch Energie freigesetzt für Neues.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr"><strong>Die zweite:</strong> Wenn ich Rahmenbedingungen nicht verändern kann, verändere ich meine Haltung dazu. Nicht weil das einfach wäre. Sondern weil ich entscheide, wofür ich meine Energie einsetze. Das bedeutet nicht, alles zu akzeptieren. Es bedeutet, nicht länger an dem zu reiben, was sich meinem Einfluss entzieht.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Beides zusammen ist das, was ich unter Haltung verstehe.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Nicht als Pose – sondern als Prinzip, das sich in Entscheidungen zeigen muss. Auch in den unbequemen. Auch dann, wenn es einen Preis kostet.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">In dreißig Berufsjahren habe ich erlebt, wie viele Menschen in Momenten des Drucks von dem abweichen, was sie bis dahin vertreten haben. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Kalkül. Das ist menschlich – ich urteile nicht darüber. Aber ich habe für mich gelernt: Wer mit einer klaren Haltung durchs Leben geht, zahlt manchmal einen Preis. Und gewinnt dafür etwas, das sich nicht verhandeln lässt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Das geht oder eben nicht.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Und dann gibt es noch <strong>ein sehr persönliches Drittes</strong>.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">An dem Abend dieses Erlebnisses habe ich jemanden zum Reden gebraucht. Es war meine – zum damaligen Zeitpunkt – Ex-Freundin. Heute sind wir fast 25 Jahre verheiratet, haben eine wunderbare Tochter und ein einmaliges Zuhause.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Manchmal öffnet ein Ende eine Tür, die man vorher gar nicht gesehen hat.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Grenzen zu ziehen ist nicht leicht. Aber für mich unerlässlich – als Haltung und als Kompass.</p>
</div></section></p></div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.montags.de/was-geht-und-warum-das-geht-nicht-oft-schwer-und-schmerzhaft-ist/">Was geht. Und warum &#8222;das geht nicht&#8220; oft schwer und schmerzhaft ist.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.montags.de">MONTAGS | Sparring</a>.</p>
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		<title>Zufälle. Und warum daraus die besten Chancen entstehen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Montag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Aug 2026 20:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.montags.de/zufaelle-und-warum-daraus-die-besten-chancen-entstehen/">Zufälle. Und warum daraus die besten Chancen entstehen.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.montags.de">MONTAGS | Sparring</a>.</p>
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<section  class='av_textblock_section av-2hcd5q-21d0e19d28f3d5d564fbec132b81710e '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p>„Der Bauernhof soll verkauft werden.&#8220;</p>
<p>Ein fast beiläufiger Satz. Vor 15 Jahren. Bei einem Abendessen in der Adventszeit. Erdmannshain &#8211; auf dem Spielplatz hatten wir Freunde gefunden.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Aus dem Satz wurde eine Gelegenheit. Aus der Gelegenheit ein Zuhause.</p>
<p><strong>Der MONTAGS | Hof in Erdmannshain bei Leipzig.</strong></p>
<p>Unser Weg bis hierhin verlief nicht gerade.</p>
<p>Der Stall, den wir zum Wohnhaus ausbauen wollten: nicht sanierbar. Also Neubau.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der nächste Stall, der umgebaut werden sollte: Substanz zu marode. Also nochmal umdenken.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Dann ein Sturm – die alte Eiche hinterm Hof stürzt auf Stall und Scheune. Wir standen in der Nähe. Waren geschockt. Standen vor einem Schaden, den wir nicht geplant hatten, und vor einer Frage, die wir uns nicht zum ersten Mal stellten: Wie geht es weiter?</p>
<p>Jedes Mal haben wir eine Antwort gefunden. Nicht die, die wir uns vorgestellt hatten. Aber eine, die besser war.</p>
<p>Die Scheune ist heute nutzbar.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Der beschädigte Stall wird neu gedacht. Diese Woche geben wir den Bauantrag für ein Ferienhaus ab – zwei Einheiten, die im Laufe des Jahres 2027 buchbar sein werden.</p>
<p>Was jetzt entsteht, konnte kein Reißbrett planen. Das hat unser Leben geplant.</p>
<p>Und jetzt entwickeln wir den Hof weiter: als einen <strong>Ort für Begegnung.</strong></p>
<p>Unsere Idee &#8211; und was jetzt schon geht: Morgens am großen Tisch brainstormen, während der Kaffee dampft und noch niemand in Rolle ist. Mittags die Räder nehmen – der Radweg führt direkt am Hof vorbei, nach zwanzig Minuten liegt der Moritzsee oder der Grillensee vor einem. Abends Lagerfeuer. Und die Entscheidung, die lange kompliziert erschien, fällt plötzlich leichter.</p>
<p>Was kommen wird: Offsites, die etwas bewegen sollen. Workations, bei denen Arbeiten und Leben zusammenkommen. Sparring-Gespräche, die mehr Raum brauchen als ein Meetingraum hergibt. Waldspaziergang, Holzarbeiten, Lagerfeuer-Abende.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Oder ganz anders: Zukünftig könnte sogar eine Band hier kreativ sein &#8211; gemeinsam wohnen und in der Scheune proben.</p>
<p>Kein Konferenzzentrum. Kein Tagungshotel. Kein Seminarraum. Ein Hof mit Charakter – vor den Toren Leipzigs. Gefunden durch Zufall. Gebaut durch Haltung.</p>
<p>Wer uns heute besuchen kommt, erlebt den Hof im wachsen &#8211; im Jahresverlauf 2027 sind dann Übernachtungen buchbar.<span class="Apple-converted-space"> </span></p>
<p>Wir nehmen Euch mit auf diese Reise, freuen uns Feedback, Anregungen und Begegnungen hier vor Ort.</p>
</div></section></p></div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.montags.de/zufaelle-und-warum-daraus-die-besten-chancen-entstehen/">Zufälle. Und warum daraus die besten Chancen entstehen.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.montags.de">MONTAGS | Sparring</a>.</p>
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		<title>Feedback. Und warum mein guter Merksatz zwei Seiten hat.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Montag]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 23:00:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.montags.de/feedback-und-warum-mein-guter-merksatz-zwei-seiten-hat/">Feedback. Und warum mein guter Merksatz zwei Seiten hat.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.montags.de">MONTAGS | Sparring</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-9kqw84-7db521854f41a2886e1d8663fff7ded6 av_one_third  avia-builder-el-0  el_before_av_two_third  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-715ct0-8d661bf5e298164b9c382a9587746b69">
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<section  class='av_textblock_section av-2ml6z8-2b0df605a5a439f3c764bcecf6564140 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p class="p1">„Nicht gegebenes Feedback ist unterlassene Hilfeleistung.“ Ich bin überzeugt davon. Und ich erlebe gleichzeitig, wie selten dieser Satz wirklich gelebt wird und dadurch keine Wirkung entfaltet.</p>
<p class="p1">Genau weiß ich nicht mehr, ob ich diesen Satz irgendwann gelesen oder gehört habe – oder ob er irgendwann einfach da war. Heute ist er für mich so selbstverständlich, dass ich aufgehört habe, nach der Quelle zu suchen.</p>
<p class="p1">Gleichzeitig ist der Satz nur die halbe Wahrheit. Dazu später.</p>
<p class="p1"><b>Was in den meisten Organisationen stattfindet, ist kein Feedback.</b><b></b></p>
<p class="p1">Es ist (Be-) Wertung. Oder Schweigen. Oder beides abwechselnd – bis beispielsweise irgendwann eine Entscheidung fällt, die die Betroffenen überrascht. Eine Kritik an der Arbeit, eine Rollenveränderung, eine Konsequenz, die aus dem Nichts kommt. Aus dem Nichts – weil vorher niemand etwas gesagt hat.</p>
<p class="p1">Das ist kein Zufall. Es ist Struktur.</p>
<p class="p1">In sehr hierarchischen, wenig modern geführten Umfeldern fehlt Feedback als echte Praxis. Nicht weil die Menschen dort schlechter wären. Sondern weil niemand je den Rahmen dafür gesetzt hat. Weil Offenheit als Risiko gilt. Weil niemand weiß, ob es folgenlos bleibt, etwas zu sagen.</p>
<p class="p1"><b>Ich war Führungskraft in einem Team.</b><b></b></p>
<p class="p1">Kein winziges, weil praktikables Beispiel: Nach einer Sitzung kam jemand zu mir. Kein Meeting, kein Termin, kein formeller Rahmen. Nur ein kurzer Moment im Flur.</p>
<p class="p1">„Matthias, darf ich dir kurz etwas widerspiegeln? Du redest sehr viel in Meetings – und ich stelle fest, dass die anderen dadurch kaum zu Wort kommen.&#8220; Ich hätte defensiv reagieren können. Ich hätte es auch einfach vergessen können.</p>
<p class="p1">Stattdessen habe ich nachgedacht. Und festgestellt: es stimmt. Ich neige dazu, Sachverhalte sehr ausführlich darzulegen – gut gemeint, aber mit einer Nebenwirkung, die ich nicht im Blick hatte. Die anderen haben geschwiegen, nicht weil sie nichts zu sagen hatten, sondern weil kein Raum blieb.</p>
<p class="p1">Danach habe ich angefangen, Meetings anders zu gestalten. Rollen zu verteilen. Anderen eine Bühne zu geben, die ich bis dahin selbst eingenommen hatte.</p>
<p class="p1">Diese Veränderung wäre ohne diesen einen Satz nicht passiert. Und dieser eine Satz war nur möglich, weil jemand das Vertrauen hatte, ihn zu sagen.</p>
<p class="p1">Gleichzeitig weiß ich, wie schwer es ist, richtiges, konstruktives Feedback zu geben. Ich habe selbst viele Fehler dabei gemacht, den falschen Ton getroffen, nicht den richtigen Moment geschaffen, mein Anliegen nicht gut transportiert. Das hat bei mir dazu geführt, dass Mitarbeiter:innen irritiert waren von Entscheidungen.</p>
<p class="p1"><b>Feedback geben ist komplex. Deshalb glaube ich, dass der Satz nur die halbe Wahrheit ist.</b><b></b></p>
<p class="p1">Die verbreitete Erzählung lautet: Das Problem ist das Schweigen. Redet mehr miteinander, gebt mehr Feedback, und die Kultur wird besser. Ich habe das lange geglaubt und weitergegeben. Heute glaube ich: Schlechtes Feedback, gutgemeint verpackt, richtet oft mehr Schaden an als Schweigen. Weil es sich als Hilfe tarnt. Weil die Führungskraft danach das Gefühl hat, ihren Job gemacht zu haben — und die andere Seite mit einer Botschaft dasteht, die sie nicht entschlüsseln kann. Schweigen ist wenigstens ehrlich in seiner Leere. Das falsch gegebene Feedback lügt.</p>
<p class="p1">An dieser Stelle bin ich allerdings noch nicht fertig in meiner Analyse.</p>
<p class="p1"><b>Ich hatte in meinem Berufsleben Phasen, die lange nachwirken.</b><b></b></p>
<p class="p1">Sehr schwere Entscheidungen, sehr komplexe Situationen. Und eine berufliche Partnerschaft, die etwas ermöglicht hat, das ich seitdem selten in dieser Form erlebt habe: hinter verschlossenen Türen intensiv, hart in der Sache, manchmal unbequem – aber immer zielorientiert. Immer mit dem gemeinsamen Ziel, die beste Entscheidung zu finden, nicht die bequemste.</p>
<p class="p1">Was diese Konstellation ausgezeichnet hat, war nicht, dass wir immer einer Meinung waren. Es war, dass wir uns sicher sein konnten: was hier gesagt wird, dient dem anderen und insbesondere einer gemeinsamen Lösung. Nicht der eigenen Position, nicht dem eigenen Vorteil. Dem anderen.</p>
<p class="p1">Das ist selten. Und es ist das Wertvollste, was ich in einer Zusammenarbeit erlebt habe.</p>
<p class="p1"><b>Was es dafür braucht, ist kein kompliziertes System.</b><b></b></p>
<p class="p1">Der Satz, der das ermöglicht, ist nicht „Ich gebe dir jetzt Feedback.&#8220; Es ist der Satz, den kaum jemand ausspricht: „Du kannst mir das sagen. Dir passiert nichts.&#8220; Und selbst der ist wertlos, wenn er nur einmal fällt und die erste ehrliche Rückmeldung dann doch Konsequenzen hat.</p>
<p class="p1">Es braucht eine einzige Grundvoraussetzung: Menschen müssen wissen, dass ich offen für jedwedes Feedback bin und vor allem, dass es folgenlos ist, ehrlich zu sein. Nicht als Annahme – sondern als explizites Signal.</p>
<p class="p1">„Du kannst mir das sagen. Dir passiert nichts.&#8220;</p>
<p class="p1">Feedback, das wirklich funktioniert, hat für mich eine einfache Formel: Es ist immer dafür da, den anderen weiterzuentwickeln. Nicht zu bewerten. Nicht zu korrigieren. Weiterzuentwickeln.</p>
<p class="p1">Wer Feedback so versteht – und so gibt – verändert die Kultur eines Teams. Nicht durch ein Programm, nicht durch ein Format. Durch Haltung.</p>
</div></section></p></div>
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		<title>Erstklassige Chefs. Und warum das schwerer ist, als es klingt.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Montag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 Jul 2026 04:00:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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<section  class='av_textblock_section av-ms1vjcbl-d9623d6d12c3b1fe446bfff0b728cc41 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Vor einigen Jahren hatte ich eine Person im Blick für eine wichtige Rolle in meinem Team.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Ich war überzeugt. Die Kombination aus Kompetenz, Haltung und Energie war selten. Ich habe mich beraten – und bekam prompt die Gegenfrage: „Bist du sicher? Die macht doch nur Ärger.&#8220;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Ich musste kurz innehalten. Nicht weil mich der Einwand verunsichert hätte. Sondern weil mir in diesem Moment klar wurde, dass genau das der Grund war, warum ich diese Person wollte.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Ich habe sie eingestellt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Die Zusammenarbeit war fordernd. Konstruktiv kritisch, manchmal unbequem, immer direkt. Genau das, was ich gesucht hatte. Und am Ende: hervorragend. Diese Person ist später meine Nachfolge geworden.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr"><strong>Was mich an diesem Moment bis heute beschäftigt, ist nicht das Ergebnis.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Es ist die Frage, was passiert wäre, wenn ich dem Rat gefolgt wäre.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Führungskräfte neigen dazu, sich mit Menschen zu umgeben, die ihnen ähnlich sind. Die ähnlich denken, ähnlich entscheiden, ähnlich priorisieren. Das fühlt sich effizient an. Es ist bequem. Und es ist einer der teuersten Fehler, den eine Führungskraft machen kann. Für mich habe ich festgestellt: ich liebe den Wettbewerb um die beste Idee.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Denn wer nur Bestätigung um sich hat, bekommt keine besseren Entscheidungen. Er bekommt schnellere Zustimmung zu denselben Entscheidungen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr"><strong>Zwei Gedanken begleiten mich zu diesem Thema seit vielen Jahren.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Der erste kommt aus einer unerwarteten Quelle. In der Serie „Billions&#8220; sagt die Figur Taylor in einer Szene in der dritten Staffel: „Ich brauche niemanden, der so denkt wie ich – ich brauche jemanden, der besser denkt als ich.&#8220;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Ein Satz aus einer Fernsehserie. Und trotzdem einer der präzisesten Sätze über Teambuilding und den Aufbau kluger Führungsteams, den ich kenne.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Der zweite kommt von Karlfried Hans, der mich in den frühen 2000er Jahren als Coach begleitet hat und an den ich bis heute sehr oft denke. Sein Satz war noch knapper: „Erstklassige Chefs suchen sich erstklassige Mitarbeitende. Zweitklassige Chefs suchen sich drittklassige Mitarbeitende.&#8220;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Beide Gedanken sagen im Kern dasselbe: Wer wirklich führen will, braucht Menschen um sich, die ihn herausfordern – nicht Menschen, die ihn bestätigen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr"><strong>Was das in der Praxis bedeutet:</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Es bedeutet, Unbehagen auszuhalten. Die Person, die widerspricht, ist selten die bequemste im Raum. Sie stellt Fragen, die man lieber nicht gehört hätte. Sie bremst Entscheidungen, die man schon getroffen hat. Sie fordert Begründungen, wo man Zustimmung erwartet hat.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Und genau das ist ihr Wert.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Ich habe erlebt, wie Teams, die sich gegenseitig herausfordern, zu Ergebnissen kommen, die keiner allein erreicht hätte. Und ich habe erlebt, wie Teams, in denen Harmonie wichtiger war als Klarheit, an vermeidbaren Fehlern gescheitert sind.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Der Unterschied liegt fast nie in der fachlichen Kompetenz. Er liegt in der Frage, ob eine Führungskraft bereit ist, sich selbst in Frage stellen zu lassen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr"><strong>Das ist leichter gesagt als getan.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Denn es setzt etwas voraus, das nicht selbstverständlich ist: das echte Interesse daran, besser zu werden und nicht das Bedürfnis, recht zu haben.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Wer ein Team aufbaut, das ihn herausfordert, muss bereit sein, diese Herausforderung anzunehmen. Nicht performativ, sondern wirklich. Das bedeutet, eine Idee loszulassen, wenn jemand anderes eine bessere hat. Es bedeutet, im Meeting nicht das letzte Wort zu haben. Und es bedeutet, die Person, die „nur Ärger macht&#8220;, als das zu sehen, was sie wirklich ist: als den wertvollsten Menschen im Raum.</p>
</div></section></p></div></p>
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		<title>20 Titel. Und trotzdem ist das nicht, woran man sich erinnert.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Montag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2026 19:41:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-5hkbqs-835a2389b64ab7d273da8b81f8210d2d av_one_third  avia-builder-el-0  el_before_av_two_third  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-3ksjno-a8e2f764d51b8a6a31fd9e6e426b8711">
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<section  class='av_textblock_section av-mrv1jv3m-b300e87c73019992ea6da9f7f3831a6e '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Kurz nach der WM &#8211; noch einmal Fußball.<br />
Vor wenigen Wochen hat Pep Guardiola Manchester City verlassen. Nach zehn Jahren. Zwanzig Titeln. Und einer Abschiedsfeier, bei der 19.000 Menschen in einer Arena standen, um einem Trainer Danke zu sagen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Was mich daran beschäftigt, ist nicht die Titelsammlung. Es ist, womit sich die Spieler bedankt haben.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Nicht für die Champions League. Nicht für die sechs Meisterschaften. Sondern dafür, dass er nicht nur Trainer war. Führungsfigur. Mentor. Für viele: Freund.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Ilkay Gündogan schreibt: „For me personally, he was never just a manager. He was a mentor, a leader and also a friend.&#8220; Und: „What many people don&#8217;t see from the outside is the human side of Pep. Beyond football, he is incredibly humble, thoughtful and someone who genuinely cares about the people around him.&#8220;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr"><strong>Das ist keine Randnotiz. Das ist das Kerngeschäft von Führung.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Ich beschäftige mich seit Jahren mit der Frage, was Teamsport und Leadership gemeinsam haben. Eine ist vielleicht diese: Im Sport wird am Ende einer Ära sichtbar, was wirklich gezählt hat.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Nicht das letzte gewonnene Match. Nicht die Taktik. Nicht das System. Nicht der Matchplan.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Sondern die Antwort auf eine einzige Frage: Was hat diese Führungsperson mit den Menschen gemacht, die ihr anvertraut wurden?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Alex Ferguson – selbst eine der prägendsten Führungsfiguren des Fußballs – beschreibt in seinem Buch „Leading&#8220; genau diesen Punkt: Nachhaltiger Erfolg entsteht nicht durch das Durchsetzen einer Spielidee, sondern durch die Fähigkeit, Menschen so zu entwickeln, dass sie über die eigene Amtszeit hinaus wirken. Die Frage, die er sich immer gestellt hat, war nicht: Gewinnen wir heute? Sondern: Wer ist in fünf Jahren besser als heute – und warum?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Guardiola hat das augenscheinlich verkörpert. Teamsport zeigt etwas, das in Organisationen oft unsichtbar bleibt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Im Sport gibt es einen klaren Abschluss. Eine letzte Saison. Ein letztes Spiel. Einen Abend, an dem 19.000 Menschen im Stadion stehen und die Frage implizit beantworten: Was hat diese Person hinterlassen?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">In Unternehmen fehlt dieser Moment meist. Führungskräfte gehen – in Meetings, in Übergaben, in Pressemitteilungen. Was bleibt, zeigt sich erst später. Manchmal viel später.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Gordon Herbert beschreibt in „Die Jungs gaben mir mein Leben zurück&#8220; dasselbe Prinzip aus einer anderen Perspektive: Es geht nie nur um die Aufgabe – sondern immer auch um die Menschen, mit denen und für die man sie erfüllt. Dieses Buch finde ich sehr wertvoll und habe <a href="https://www.montags.de/640-2/">hier</a> schon einmal darüber geschrieben.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr"><strong>Was bedeutet das für Führungskräfte außerhalb des Sports?</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Wer führt, hinterlässt einen Abdruck. In jedem Gespräch, das Mut macht. In jeder Entscheidung, die jemanden wachsen lässt. In jedem Moment, in dem jemand sagt: Ich traue dir das zu.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Dieser Abdruck zeigt sich nicht im nächsten Quartalsbericht. Er zeigt sich Jahre später – wenn jemand gefragt wird, wem er seinen Weg zu verdanken hat und auch Jahre später vielleicht noch sagt &#8222;Danke für die Chance damals!&#8220;.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal" dir="ltr">Ferguson hat das gewusst. Herbert hat es umgesetzt. Guardiola hat es gelebt. Und die Reaktionen in diesem Moment des Abschieds zeigen: Die Spieler haben es gespürt. Die Frage, die ich mir beim Abschied von Guardiola stelle, ist keine sportliche. Sie lautet: Was werden die Menschen, die mit mir arbeiten, in zehn Jahren über diese Zeit sagen?</p>
<p><em>PS: Das Foto von der Hauswand habe ich im März 2023 gemacht &#8211; auf dem Weg ins Etihad-Stadion in Manchester.</em></p>
</div></section></p></div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.montags.de/20-titel-und-trotzdem-ist-das-nicht-woran-man-sich-erinnert/">20 Titel. Und trotzdem ist das nicht, woran man sich erinnert.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.montags.de">MONTAGS | Sparring</a>.</p>
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		<title>Führung ist schwer. Und warum das immer schon so war.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Montag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 13 Jul 2026 06:00:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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<section  class='av_textblock_section av-mrhvb4rv-2210e529fc061e1b677139b3eda3aff3 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">In keiner Epoche zuvor wurde so viel über die Schwierigkeit von Führung gesprochen wie heute.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Komplexität. Polykrisen. VUCA. Erwartungen der Generation Z. KI, die alles verändert. Fachkräftemangel. Hybride Teams. Sinnfragen. Transformationsdruck.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Die Liste ist lang. Und sie stimmt. Alles davon ist real.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Und trotzdem beschleicht mich bei dieser Debatte zunehmend ein Unbehagen. Denn irgendwann kippt die Beschreibung einer Herausforderung in etwas anderes: in eine kollektive Entschuldigung dafür, dass Führung nicht funktioniert.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal"><strong>Das Problem ist nicht die Komplexität. Es ist, wie wir über sie reden.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">„Führung ist heute so viel schwerer als früher.&#8220; Dieser Satz begegnet mir in Konferenzen, in Coaching-Kontexten – fast schon als Konsens. Beim Hören eines Leadership-Podcasts am Wochenende begegnete mir das Thema erneut und deshalb möchte ich einige Gedanken dazu teilen.</p>
<p>Als wäre die Anerkennung der Schwierigkeit bereits ein Teil der Lösung.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ist sie nicht.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Was in dieser Debatte fast vollständig fehlt: die Frage, wofür eine Führungskraft eigentlich da ist.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Nicht trotz der Komplexität. Sondern genau dafür.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ordnung in Unübersichtlichkeit schaffen. Themen sortieren, wenn andere den Überblick verlieren. Entscheidungen treffen, ohne vollständige Information. Andere befähigen, Teil eines Prozesses zu werden, den sie allein nicht überblicken könnten.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Das ist keine neue Anforderung. Das ist die Kernaufgabe. Sie war es immer.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal"><strong>Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht: Ist Führung heute schwerer?</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Sondern: Warum sprechen wir so selten darüber, dass Führung – gut gemacht, mit Haltung und Struktur – eine der befriedigendsten Aufgaben ist, die es gibt?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ich erlebe das in Gesprächen mit Führungskräften, die genau das verkörpern: Menschen, die nicht trotz der Komplexität in ihre Rolle gehen, sondern wegen ihr. Die den Widerspruch aushalten können. Die Unsicherheit als Arbeitsgrundlage akzeptieren, ohne darin zu versinken. Die Verantwortung nicht als Last tragen, sondern als Gestaltungsraum begreifen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Diese Menschen reden selten darüber, wie schwer Führung ist.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Sie reden darüber, was möglich ist.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal"><strong>Jetzt zur Gegenfrage. Denn die These verdient einen Widerspruch.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ist es nicht auch legitim, die gestiegene Komplexität zu benennen? Schützt das Eingeständnis, dass Führung schwer ist, nicht auch Menschen davor, unrealistische Erwartungen an sich selbst zu stellen?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ja. Das stimmt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Es gibt einen Unterschied zwischen dem ehrlichen Eingeständnis eigener Grenzen und dem Verwechseln von Schwierigkeit mit Überforderung. Wer offen benennt, dass eine Situation komplex ist, kann besser priorisieren. Wer Unsicherheit ausspricht, schafft Raum für andere, dasselbe zu tun.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Das Problem ist nicht die Ehrlichkeit. Das Problem ist, wenn aus der Beschreibung ein Dauerzustand wird. Wenn die Schwierigkeit der Aufgabe zur primären Identität von Führung wird und die Gestaltungsmöglichkeit dahinter verschwindet.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Coaching und Leadership-Diskurse tragen hier eine Mitverantwortung. Wer permanent über die Belastung von Führungskräften spricht, ohne gleichzeitig die Wirksamkeit zu adressieren, verändert unmerklich das Bild: Führung als Zumutung statt als Gestaltungsaufgabe.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal"><strong>Die Schlussfolgerung:</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Komplexität ist keine Entschuldigung. Sie ist die Jobbeschreibung.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Was fehlt, ist keine bessere Analyse der Schwierigkeit. Was fehlt, ist eine ehrlichere Auseinandersetzung mit der Frage, warum jemand überhaupt führen will und was ihn oder sie dabei trägt, wenn es anstrengend wird.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Führungskräfte, die diese Antwort für sich kennen, brauchen die Komplexität nicht als Erklärung.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Sie nutzen sie als Spielfeld.</p>
</div></section></p></div>
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		<title>Sommermärchen. Und was ein Anruf über gute Arbeit aussagt.</title>
		<link>https://www.montags.de/sommermaerchen-und-was-ein-anruf-ueber-gute-arbeit-aussagt/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Montag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 22 Jun 2026 18:53:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.montags.de/sommermaerchen-und-was-ein-anruf-ueber-gute-arbeit-aussagt/">Sommermärchen. Und was ein Anruf über gute Arbeit aussagt.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.montags.de">MONTAGS | Sparring</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-4h1t4c-7c7f95ede027dd0a8a6dd2958e95404a av_one_third  avia-builder-el-0  el_before_av_two_third  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><style type="text/css" data-created_by="avia_inline_auto" id="style-css-av-mqpkp1yj-caf308fb4d1abdfa29423bc96450827b">
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<section  class='av_textblock_section av-mqpkjf8e-465b7782e7af804fe4191efcb8959ad7 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Gerade hatte ich einen Anruf. Conny Hapke.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">„Wenn alle gerade die WM schauen und mitfiebern, musste ich an Dich und den Sommer 2006 denken – und anrufen.&#8220;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Wir haben eine Weile geredet. Über vier Wochen Ausnahmezustand. 64 Spiele. Alle live. Im Stadion. Euphorische Abende, kurze Nächte, Becks Lemon – ein Novum und echter Erfolg für das private Radio in Deutschland.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Ich habe Conny gefragt, warum ihr genau dieser Sommer so in Erinnerung geblieben ist. Sie hatte sofort eine Top 3 parat:</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Der Drang nach Perfektion – der Wunsch, aus dieser Produktion wirklich etwas Besonderes zu machen. Eine klare Mission mit genug freier Hand für Kreativität. Und ein Team mit echtem Spirit.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Agree. Vollständig.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal"><strong>Was dieser Sommer war.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">2006 haben wir gemeinsam mit Stephan Schmitter das offizielle WM-Radio für 23 private Radiostationen in Deutschland produziert. Alle Spiele. Live. Von der Senderegie im FIFA-Hauptquartier bis zum Reporter im Stadion.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Was ich damals gelernt habe, ist mir bis heute geblieben.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Fußball findet nicht nur auf dem Platz statt. Seitdem beschäftigt mich die Verbindung zwischen Sport und Führung – Teambuilding, Sportpsychologie, die Frage, was Teams unter Druck zusammenhält und was sie auseinandertreibt. Seitdem sieht man mich öfter in Stadien und Hallen. Und seitdem stelle ich mir in beruflichen Kontexten regelmäßig dieselben Fragen, die ich damals zum ersten Mal wirklich gespürt habe.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Was Ideen möglich macht: Wenn die Idee und das Projekt im Mittelpunkt stehen – und nicht Egoismen, Befindlichkeiten, Bedenken – dann finden sich Wege. Auch unkonventionelle. Das klingt selbstverständlich. Ist es nicht.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Was Leidenschaft bedeutet: Der Spirit dieser Produktion – von der Regie bis zum Stadion – war greifbar. Wir hatten das Gefühl, die Tage hätten mehr als 24 Stunden. Nicht weil wir mussten. Sondern weil wir wollten. Eine solche Kultur entsteht nicht von selbst. Sie braucht einen Rahmen – und Menschen, die diesen Rahmen mit Leben füllen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal"><strong>Was Connys Anruf eigentlich bedeutet.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Connys Top 3 lassen sich in eine einzige Frage übersetzen: Wie oft schaffen wir im Arbeitsalltag bewusst genau diese Bedingungen – und wie oft überlassen wir es dem Zufall, ob sich ein Projekt so anfühlt?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Perfektion als gemeinsamer Anspruch entsteht nicht durch Vorgabe. Sie entsteht, wenn Menschen das Gefühl haben, dass es auf ihre Arbeit wirklich ankommt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Kreativität innerhalb einer klaren Mission ist kein Widerspruch. Sie ist das Ergebnis von Vertrauen – in die Aufgabe und in die Menschen, die sie erfüllen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Teamspirit ist keine Stimmung. Er ist das Resultat von Entscheidungen: Wer ist dabei? Wie werden Verantwortlichkeiten verteilt? Welche Kultur entsteht, wenn es ernst wird?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal">Sommermärchen entstehen nicht von selbst. Aber sie entstehen auch nicht ohne jemanden, der den Rahmen dafür setzt – und bereit ist, dafür einzustehen.</p>
</div></section></p></div>
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		<title>Sitzen bleiben. Und warum der Rat von Fremden durchaus hilfreich sein kann.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Montag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 May 2026 08:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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										<content:encoded><![CDATA[<div  class='flex_column av-5lx7cs-13f139194af524334d67bfadc8bbc4f4 av_one_third  avia-builder-el-0  el_before_av_two_third  avia-builder-el-first  first flex_column_div  '     ><p>
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</p></div><div  class='flex_column av-3hp2rw-65c7adad35f9c02d45842f819e0ca8d8 av_two_third  avia-builder-el-3  el_after_av_one_third  avia-builder-el-last  flex_column_div  '     ><p>
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<section  class='av_textblock_section av-2g94jg-98200eef8468c845593f2acf4c23198d '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Kürzlich Abends, München Hauptbahnhof, hat mir ein Fremder einen guten Rat gegeben.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ich saß allein im Abteil. Ein junger Mann kam dazu. Kurz vor der Abfahrt die Durchsage: &#8222;Personen im Gleis&#8220;, Verzögerung, unbekannte Wartezeit.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ich hatte bereits meinen ursprünglich gebuchten Zug im Blick – einen späteren, der noch am Bahnsteig stand. Ich war kurz davor aufzustehen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Der junge Mann sagte: „Bleib. Der andere fährt definitiv nach uns.&#8220;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ich schaute ihn an. Leicht genervt. Woher will er das wissen?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Er erklärte es mir ruhig: Er ist selbst Zugführer. Er kannte die Taktung, die Logik dahinter, die Gründe, die ich nicht sehen konnte.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ich blieb sitzen. Der Zug fuhr ab – früher als erwartet. Und aus zehn Minuten gemeinsamer Wartezeit wurde eine der angenehmsten Zugfahrten seit langem.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;"><strong>Das erste Learning: Auf das Know-how anderer vertrauen – auch ohne den Hintergrund zu kennen.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ich wusste nicht, wer dieser Mann war. Ich hatte keinen Grund, ihm zu glauben – außer dem, was er sagte, und der Art, wie er es sagte.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Wir sind es gewohnt, Hinweise zu filtern. Wer sagt das? Mit welcher Autorität? Welches Interesse steckt dahinter? Das ist nicht falsch. Aber manchmal verhindert genau dieser Reflex, dass wir einfach zuhören.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">In diesem Moment hatte ich die Wahl: aufspringen und das Bekannte wählen – oder bleiben und dem Urteil eines anderen vertrauen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ich habe mich fürs Bleiben entschieden. Und bin damit besser gefahren.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Im übertragenen Sinne tue ich das selten genug.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;"><strong>Das zweite Learning kam später in der Fahrt.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Wir sprachen über seinen Weg. Er hatte vorher im Projektmanagement gearbeitet – Deadlines, Abgabetermine, KW soundso. Er kannte das Gefühl, immer gegen einen Horizont zu arbeiten, der sich nie wirklich nähert.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Dann wechselte er. Wurde Zugführer.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">„Der Unterschied&#8220;, sagte er, „ist das Hier und Jetzt. Gestern, heute, morgen – das zählt. Nicht ein Abgabetermin in acht Wochen. Das beruhigt mich.&#8220;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ich habe diesen Satz lange nachklingen lassen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Die Türen sind zu. Der Zug fährt. Ich kann es nicht ändern.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Es gibt ein Buch, das genau das beschreibt – „One Thing&#8220; von Gary Keller. Die Idee ist einfach: Eine Aufgabe. Jetzt. Vollständig. Nicht zehn Dinge gleichzeitig, nicht im Gedanken schon beim nächsten Termin.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Was der junge Zugführer beschreibt, ist keine Arbeitsmethode. Es ist eine Haltung. Eine innere Entscheidung, sich nicht vom nächsten Horizont regieren zu lassen, sondern von dem, was gerade ist.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;"><strong>Zwei Gedanken aus einer Zugfahrt, die ich nicht geplant hatte.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Offenheit für den Hinweis eines Fremden. Und die Erinnerung, dass das Hier und Jetzt meistens mehr hergibt als die Sorge um das Danach.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ich bin dankbar für dieses Gespräch. Und ein bisschen dafür, dass der Zug Verspätung hatte.</p>
</div></section></p></div></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.montags.de/sitzen-bleiben/">Sitzen bleiben. Und warum der Rat von Fremden durchaus hilfreich sein kann.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.montags.de">MONTAGS | Sparring</a>.</p>
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		<title>Das blinde Fleck-Problem im Coaching. Und warum der Resonanzraum zu klein ist.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Montag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 11 May 2026 06:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Beitrag <a href="https://www.montags.de/warum-eine-fuckupnight-etwas-besonderes-ist-und-unternehmen-das-selten-hinbekommen/">Das blinde Fleck-Problem im Coaching. Und warum der Resonanzraum zu klein ist.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.montags.de">MONTAGS | Sparring</a>.</p>
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<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ein Coaching beginnt fast immer gleich: zwei Menschen, ein Raum, ein Vertrauensverhältnis. Die Führungskraft erzählt. Der Coach hört zu, fragt nach, spiegelt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Das ist wertvoll, hat aber meiner Meinung nach einen strukturellen Fehler.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Der Coach bekommt eine Perspektive. Die der Führungskraft. Gefiltert durch Erinnerung, Selbstbild und den natürlichen Impuls, sich in einem geschützten Gespräch so zu zeigen, wie man sich selbst versteht – nicht unbedingt so, wie man wirkt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Das Umfeld bleibt außen vor.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Die Mitarbeiterin, die seit Monaten nicht mehr initiativ wird. Der Kollege, der in Meetings verstummt, wenn die Führungskraft den Raum betritt. Das Team, das Entscheidungen mitträgt – aber nicht mitgeht. All das kommt im Coaching-Raum bestenfalls als Erzählung vor. Nicht als Realität.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;"><strong>Das ist kein Vorwurf an Coaches.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Es ist ein strukturelles Problem. 1:1-Formate sind auf Vertrauen und Vertraulichkeit gebaut – und genau das macht sie wirkungsvoll in dem, was sie können. Reflexion. Klärung. Innere Ordnung.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Was sie nicht können: den toten Winkel von außen beleuchten.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Selbstwahrnehmung hat Grenzen. Das wissen wir. Aber die Antwort darauf kann nicht allein sein, die Selbstreflexion zu schärfen. Denn wer nur tiefer in sich hineinschaut, sieht immer noch dasselbe Bild – nur schärfer.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Was fehlt, ist ein erweiterter Resonanzraum.</p>
<p><strong>Was damit gemeint ist:</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Nicht 360-Grad-Feedback als HR-Instrument. Nicht die anonyme Umfrage, deren Ergebnisse in einer PowerPoint verschwinden.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Sondern die strukturierte, geschützte Möglichkeit, dass das relevante Umfeld einer Führungskraft – direkte Mitarbeitende, Peers, manchmal auch Vorgesetzte – Wahrnehmungen einbringt, die in den Entwicklungsprozess einfließen. Nicht als Bewertung. Als Material.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Das setzt dreierlei voraus, das in den meisten Organisationen nicht selbstverständlich ist:</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Erstens eine Kultur, in der Feedback nach oben möglich ist – ohne Konsequenzen, ohne politische Färbung, ohne die stille Erwartung, dass Loyalität Schweigen bedeutet.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Zweitens eine Führungskraft, die das wirklich will. Nicht performativ. Sondern mit der echten Bereitschaft, etwas zu hören, das unangenehm ist.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Drittens ein Format, das diesen Austausch strukturiert – weder als Tribunal noch als Kuschelrunde, sondern als produktive Konfrontation mit dem, was im Außen tatsächlich ankommt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;"><strong>Warum das so selten gelingt – und was es braucht, wenn es gelingt:</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ich erinnere mich an eine Situation aus meiner Zeit als Geschäftsführer. Vielleicht eine Lappalie. Am Ende einer Videokonferenz nahm mich ein Kollege zur Seite. Er sagte: „Du redest zu viel in den Meetings. Alle anderen schweigen nur.&#8220;</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Keine lange Erklärung. Kein Drumherum.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Ich war im ersten Moment überrumpelt. Und dann dankbar – auf eine Art, die ich so nicht erwartet hatte.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">In der Analyse stimmte es: Gerade in unsicheren Situationen fülle ich den Raum mit Worten. Ich meine es als Orientierung. Es wirkt als Schließung. Als Signal, dass die Meinung der anderen nicht mehr gebraucht wird.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Seitdem gebe ich meist in Meetings gezielt Rollen und Themen an Einzelne – um meinen eigenen Redeanteil bewusst zu reduzieren und andere ins Gespräch zu bringen. Eine kleine Verhaltensänderung. Mit spürbarer Wirkung.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Was mich bis heute beschäftigt: Dieser Moment hätte nie stattfinden müssen. Er hätte auch nie stattgefunden, wenn dieser Kollege nicht den Mut gehabt hätte – und ich nicht das Signal gegeben hätte, dass solche Rückmeldungen willkommen sind.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Wie viele Führungskräfte bekommen dieses Feedback nie? Nicht weil es niemand denkt. Sondern weil niemand es sagt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;"><strong>Das eigentliche Entwicklungsfeld liegt nicht im Selbstbild.</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Es liegt in der Frage: Welche Bedingungen habe ich selbst geschaffen – und was macht das mit meinem Umfeld?</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Eine Führungskraft, deren Team gelernt hat, dass ehrliches Feedback eine schlechte Idee ist, wird im Coaching tiefer in sich hineinschauen. Und dabei das Entscheidende weiterhin nicht sehen.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;"><strong>Ein konstruktiver Gedanke zum Schluss:</strong></p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Sparring als Format hat die Möglichkeit, diesen Resonanzraum zu erweitern. Nicht durch Methodik, sondern durch Haltung: Ein Sparringspartner, der nicht nur spiegelt, was die Führungskraft mitbringt – sondern auch fragt, was sie vielleicht nicht mitbringt, weil es ihr niemand sagt.</p>
<p class="font-claude-response-body break-words whitespace-normal leading-&#091;1.7&#093;">Das ist unbequemer als ein klassisches Coaching. Und vermutlich deshalb wirksamer.</p>
</div></section></p></div></p>
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		<title>Warum eine FuckUpNight etwas Besonderes ist. Und Unternehmen das selten hinbekommen.</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Matthias Montag]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 May 2026 04:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Perspektiven]]></category>
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<section  class='av_textblock_section av-2g94jg-556abd5ff02b137ada17f6b0b7be10c9 '   itemscope="itemscope" itemtype="https://schema.org/BlogPosting" itemprop="blogPost" ><div class='avia_textblock'  itemprop="text" ><p>Eine meiner eindrucksvollsten FuckUpNights war 2020. Hartmut Schurig hat mich an diesem Abend sehr bewegt – und ich denke noch Jahre später an seinen Vortrag.</p>
<p>Er sprach offen über sein Scheitern als Unternehmer, über gesundheitliche Krisen, über das, was dabei auf der Strecke bleibt. Und er schloss mit einer Liebeserklärung an seine Frau, die ich so nicht erwartet hatte.</p>
<p>„Ohne ein intaktes Umfeld geht gar nichts.&#8220;</p>
<p>Kürzlich habe ich Hartmut wieder getroffen. Er sagte mir, die Rede war auch ein Teil seiner Vergangenheitsbewältigung. Ich bin ihm bis heute dankbar für diese Offenheit.</p>
<p><strong>Das Format, kurz erklärt:</strong> Menschen berichten – ungeschönt, manchmal unterhaltsam – von persönlichen und beruflichen Rückschlägen. Kein Spin. Kein nachträgliches Framing als Erfolgsgeschichte. Lernerfolge, die anderen als Orientierung dienen. Mit Zeit für Nachfragen im Anschluss.</p>
<p><strong>Das erste Learning:</strong> Ohne intaktes persönliches Umfeld geht gar nichts.</p>
<p>Das klingt selbstverständlich. Ist es nicht. In Gesprächen über Führung, Transformation und Leistung spielt dieser Aspekt eine erstaunlich geringe Rolle – dabei ist er oft der entscheidende.</p>
<p>Hartmut Schurigs Worte haben bei mir ein Umdenken ausgelöst. Seitdem stelle ich mir öfter und konsequenter diese Fragen: Wem widme ich zu wenig Aufmerksamkeit? Welche Begegnungen fehlen mir? Wie fülle ich Tage mit mehr Leben – nicht nur mit mehr Arbeit?</p>
<p><strong>Das zweite Learning ist das schwierigere.</strong></p>
<p>In den meisten Unternehmen scheitern Versuche, ähnliche Formate aufzusetzen – nicht am Konzept, sondern an der Kultur. Niemand ist bereit, sich im Kollegenkreis die Blöße zu geben. Fehler gelten nicht als Lernmaterial, sondern als Schwäche. Die kleinsten Erfolge werden gefeiert. Die wirklichen Lerneffekte bleiben auf der Strecke.</p>
<p>Marco Weicholdt, der Macher der Leipziger Fuck Up Night, bringt es auf den Punkt: „Deutschland ist der Endgegner für Formate wie die Fuckup Night.&#8220;</p>
<p>Ich erkenne das aus eigener Erfahrung. Die Produktion, zu der ich mich überreden ließ und die komplett gescheitert ist. Das Veranstaltungsformat, das kaum jemanden erreicht hat. Das Projekt, bei dem ich die Reißleine zu spät gezogen habe. Alles Momente, aus denen ich mehr gelernt habe als aus manchem Erfolg.</p>
<p>Psychologische Sicherheit entsteht nicht durch ein Format. Sie entsteht, wenn die Person mit der meisten Macht im Raum als erste von einem eigenen Fehler erzählt – und dabei nicht auf Applaus wartet.</p>
<p>Solange das nicht passiert, bleibt jeder interne Versuch einer Fuck Up Night genau das: ein Versuch.</p>
<p><em>Wer mehr von Hartmut Schurig hören möchte: In einer <a href="https://open.spotify.com/episode/3e4JgVhCcuQwzhONX0Ol8Y?si=TF5ziR7TQwOs8Hun94KQqw" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Podcast-Folge</a> des Podcasts „Feuer und Flamme Mindset&#8220; erzählt er von seinen Erfahrungen – etwas weniger emotional, aber genauso direkt.</em></p>
</div></section></p></div>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.montags.de/warum-eine-fuckupnight-etwas-besonderes-ist-und-unternehmen-das-selten-hinbekommen-2/">Warum eine FuckUpNight etwas Besonderes ist. Und Unternehmen das selten hinbekommen.</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.montags.de">MONTAGS | Sparring</a>.</p>
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